Spannungen Meetings

Wenn Meetings zum Geduldsprozess werden…

Wir wollen Zusammenarbeit mit kollektiver Führung so gestalten, dass es einerseits zutiefst menschliche Begegnung geben darf und andererseits effektive Arbeitsprozesse stattfinden. Und das wollen wir von Herzen. Ein wichtiges Element dabei ist, wie wir in Meetings Spannungen prozessieren.

 

Kennt ihr das? Lange Sitzungen, wiederkehrende Herausforderungen, frustrierte KollegInnen, viel Kaffee und wenig Ergebnis. Dabei saßen doch alle extra dafür zusammen, um die wichtigsten Themen zu besprechen, und um endlich einen Schritt weiter zu kommen. Wie es gelingt, dass Meetings wieder Spaß machen, hat damit zu tun, wie wir mit den einzelnen Herausforderungen und Spannungen umgehen.

 

Mit Spannungen richtig umgehen

Spannungen sind der Definition nach Abweichungen des IST-Zustands vom SOLL-Zustands. Dies können Konflikte untereinander sein, ungeklärte Erwartungen oder Absprachen oder inhaltliche Differenzen. Also Herausforderungen, für die es bisher keine Lösungen gibt und die zu Spannungen im Team führen.

Meistens erkennen wir Spannungen daran, dass wir uns in irgendeiner Weise nicht im Flow fühlen. Dass der gemeinsamen Freude etwas im Weg steht und Unklarheiten herrschen. Das führt häufig zu Frustrationen, Rückzug, unausgetragenen Konflikten und im schlimmsten Fall zur inneren Kündigung.

Dass diese Symptome nicht schön sind, ist allgemein verständlich. Zusätzlich führen diese Spannungen dazu, dass Teams und Organisationen weniger der gemeinsamen kollektiven Intelligenz miteinander folgen können, die sie eigentlich zur Verfügung haben.

 

Spannungen und Themen in kleinstmögliche Pakete packen

Grundsätzlich ist es gut zu verstehen, dass jede Spannung aus einem Individuum hervorgeht. Auch wenn es scheinbar so aussieht, als hätten mehrere Menschen die gleiche Spannung. Die Spannung, die beispielsweise ich zur Webseite habe, kann bei meiner Kollegin eine ganz andere sein, auch wenn wir beide eine Spannung mit der Funktion des Buttons haben. Wir wollen Spannungen bewusst auseinanderhalten. Dadurch verhindern wir,  dass wir aus langwierigen Meetings gehen und für bereits angesprochene Spannungen keine Lösung oder keinen nächsten Schritt gefunden haben.

Damit machen wir unsere Meetings effektiv und produktiv und bleiben handlungsfähig. Entscheidungen vertagen wir nicht mehr. Sie werden so zerlegt, dass klar ist, wer zu welchem Zeitpunkt an dieser Spannung inhaltlich oder prozessual weiter arbeitet. Zudem wird so deutlich bis wann ein nächster Schritt erarbeitet werden soll, der wieder ins Team gebracht wird. Damit gestalten wir bewusst, dass nicht immer alle an allen Spannungen und Entscheidungen beteiligt sind. Verantwortung leben wir so verteilt im Team.

 

Wie du das Potential im Team entfalten kannst – produktiv und menschlich!

Wie kann nun im Team dieses Potential sich entfalten? Indem ihr Euch für jedes Meeting zwei Ziele setzt:

  1.  Bearbeitet immer nur eine Spannung von einem Individuum auf einmal.
  2.  Findet für jede Spannung einen klaren nächsten Schritt.

Ein nächster Schritt kann dabei eine Lösung sein mit der wir alle weiterarbeiten können. Oder auch ein nächster Termin, in dem dezidiert nur ein Thema besprochen wird. So vermeiden wir, dass Meetings mit einem klaren Purpose für andere Zwecke “missbraucht” werden. Wir schauen also, dass jede noch so kleine Spannung einen nächsten Schritt findet, damit wir arbeits- und handlungsfähig bleiben. So bleiben wir gemeinsam im Flow oder können Flow wieder herstellen.

Spannungen brauchen ihren eigenen Zeit-Raum. Sie können unsere gemeinsame Zusammenarbeit dann entsprechend befruchten. Und wir können uns mehr mit den eigentlichen Projekten, Produkten sowie unseren Kunden beschäftigen. Wie wäre eine Arbeitswelt, in der wir unseren Spannungen und Herausforderungen mit Freude begegnen können?

 

– dieser Beitrag wurde cokreiiert von Carla Tradt, Natalie Kho & Hendryk Obenaus

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