Die Welt ist vielschichtig. Je nach Fokus der Betrachtung, Wahrnehmung und Werte-System anhand derer ein Mensch sie interpretiert, ändert sich der Zustand der Welt fundamental. Jede Aussage über die Welt ist daher von einer Perspektive sicherlich nachvollziehbar und kann aus einer anderen Perspektive komplett anders aussehen.

Wir sehen verschiedene Entwicklungen: So steigt beispielsweise die Lebenserwartung der Menschen global an. Und auch die Kindersterblichkeit nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich ab.

Gleichzeitig verfügten im Jahr 2014 85 Einzelpersonen über so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. 70% der Weltbevölkerung leben in einem Land, in dem die Schere zwischen Arm und Reich in den letzten Jahren größer geworden ist[1]. Häufig führt wirtschaftlicher Fortschritt zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Wenigen. Diesen Wenigen geht es immer besser, während es der großen Masse an Menschen schlechter geht.

Phänomene der Selbstausbeutung – gesellschaftlich, organisationell, individuell

Diese Situation führt zu einer Welt, in der es eine Art ‘kleine Oberschicht’ gibt, der es immer besser geht und einer großen Unterschicht, der es immer schlechter geht. Diese Struktur zementiert sich durch unsere Politik und unser System zunehmend global. Diese Struktur führt zu einer Ausbeutung von vielen durch Wenige. Zu der Ausbeutung zählt ebenso die Umwelt und der gesamte Planet auf dem wir leben. Wie schaffen wir es als Menschheit ein System aufzubauen, das so stark ist, dass es die größten Teile unserer Menschheit unterdrückt und uns als Planet selbst vernichtet?

Diese Frage können wir auch im Kleinen betrachten. Es passiert in Unternehmen, in denen hohe Diskrepanzen zwischen dem höchsten Gehalt eines Mitarbeiters (in der Regel der CEO) und dem niedrigsten Gehalt eines Mitarbeiters besteht. Es kommt in Unternehmen vor, dass Mitarbeiter ausgebeutet werden und in den Burnout gehen und andere von dieser Leistung in hohem Maße profitieren. Wieso schaffen wir Organisationen, in denen Viele für das Wohl weniger arbeiten? Die Organisation ist dabei eingebettet in ein System: in ein Politisches, Wirtschaftliches, als auch in ein Erziehungs- und Ausbildungssystem, das diesen Mechanismus der Selbstzerstörung unterstützt, wenngleich wir glauben, dass diese Systeme uns dienlich sind.

“In jedem Moment unserer Existenz sind wir dazu aufgerufen zu führen,
selbst wenn es lediglich dem Zweck dient, uns selbst zu führen”

John Strelecky, in ‘The Big Five for Life

Den Mechanismus können wir auch noch kleiner sehen und tragen ihn in uns selbst als Menschen. Wir pflegen Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die uns selbst schaden und nur einen kleinen Teil in uns befriedigen. Wieso behandeln wir uns selbst so, dass wir unsere Lebensqualität, unser Glück verkleinern und unser Potenzial unterdrücken? Wieso lassen wir uns von Ängsten oder anderen psychologischen Mechanismen zurückhalten? Auch der einzelne Mensch ist dabei in einen größeren Kontext eingebettet. In einen Kontext von elterlicher Bindung, schulischer Erziehung, bestehenden Organisationen und in einen gesellschaftlichen Kontext, der uns prägt

Fragen für den Wandel

  • Wie führen wir uns als Menschheit und wie führt sich jeder selbst?
  • Welche Führung brauchen wir als Menschheit, um diese Herausforderungen zu überwinden?
  • Wie schaffen wir eine Veränderung vom jetzigen Zustand zu einem neuen Zustand?
  • Zu welchem Zustand der Welt wollen wir überhaupt kommen?

Diesen Fragen haben wir uns gestellt und 2012 ein Festival der Perspektiven ins Leben gerufen, um die Führung der Zukunft zu erforschen. Anfangs hatten wir keine Ahnung, wohin die Reise gehen sollte und sind offen geblieben, für das was sich gezeigt hat. Herausgekommen ist etwas, das keiner vorher vermutet hat und keiner auch nur entfernt hätte voraussagen können.

Leadership³

Eine Organisation und ein Experimentierfeld. Ein Entwicklungsraum für neue Fähigkeiten der kollektiven Führung und Selbstorganisation. Wir möchten Zukunft gestalten auf 3 Ebenen: Individuum, Organisationen und in der Welt. Hierfür braucht es neue Kompetenzen, die wir in uns selbst, bei Leadership³ und bei anderen entwickeln.

[1] Oxfam Report

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